10 Mal unter 10 Euro in München

München gehört nicht unbedingt zu Europas günstigsten Städten, es ist allerdings auch nicht die teuerste und so ist es durchaus möglich dort eine gute Zeit zu verbringen, auch wenn das Budget eher begrenzt ist. Hier gebe ich dir zehn fantastische Tipps, wie du München auch mit einem begrenzten Budget genießen kannst.

1. Ein zünftiges bayrisches Frühstück im Schneider Bräuhaus

Na gut, es ist nicht unbedingt das schönste Frühstück der Welt, aber lass dich davon nicht abschrecken.

Das traditionelle bayerische Frühstück heißt Weißwurst. Das ist eine weiße Wurst, die mit Rindfleisch, Schweinefleisch und vielen Kräutern und Gewürzen zubereitet wird und durchaus besser schmeckt als sie aussieht.

 

Traditionell wird die Weißwurst ‚gezuzelt‘, d. h., du brichst die Wurst auf und saugt das Fleisch dann aus der Pelle. Wenn du willst kannst aber gerne auch Messer und Gabel benutzen.

 

Auf jeden Fall ist es eine Leckerei, ganz besonders dann, wenn sie mit einer großen, weichen Brezel, einem ordentlichen Klacks süßem Senf und einer Maß Münchner Weißbier serviert wird. Und unter all den Lokalen, die dieses kalorienreiche Frühstück anbieten, ist das malerische Schneider Bräuhaus (das ehemalige Weiße Bräuhaus) sicher die beste Wahl.

 

Dort erhältst du eine Wurst, eine Brezel und ein frisch gezapftes Bier für etwa sieben Euro. Ja, ich weiß schon, Bier zum Frühstück klingt erst einmal seltsam, aber hey, du bist im Urlaub.

 

Achte nur darauf, dass du dir auch ein großes Glas Wasser dazu bestellst, sonst endet der Tag früher auf als er begonnen hat.

2. Kostenlose Stadtführungen

Ich liebe kostenlose Stadtführungen

In München dauert die kostenlose Stadtführung etwa 3 Stunden und beginnt täglich um 10:40 Uhr am Marienplatz. Die Stadtführer wissen unglaublich viel über München und präsentieren die Tour meist auf humorvolle Art und Weise.

 

Sie erzählen viel über die Geschichte (und auch einige Geheimnisse) der Stadt während man an den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang läuft, darunter auch das Glockenspiel, das berühmte Hofbräuhaus und die Münchner Residenz.

 

Ich empfehle dir, diese Führung gleich am Anfang deines Besuchs in der Stadt mitzumachen, so erhältst du gleich einen guten Eindruck davon, was dich erwartet und kannst dir in Ruhe überlegen, was du dir später noch einmal auf eigene Faust anschauen möchtest.

 

Wie bei allen kostenlosen Stadtführungen werden die Stadtführer mit Trinkgeld entlohnt. Sei also nicht zu knauserig, wenn du ihnen zeigen willst, wie sehr du ihre Zeit und ihr Wissen zu schätzen weiß. Zehn Euro sind bei 3 Stunden geballter Information durchaus gerechtfertigt.

3. Die Fluss-Surfer

Bitte nicht nachmachen

Die Fluss-Surfer in München sind eine Show für sich. Die Stadt liegt über 1000 km und drei oder vier Länder entfernt von den nächsten großen Wellen. München hat sich trotzdem zu einem beliebten Treffpunkt für Surfer aus der ganzen Welt etabliert.

 

Der Eisbach hat eine künstlich angelegte stehende Welle und es gibt eine Gemeinschaft von wirklich begabten Surfern, die selbst im Winter dem Wetter trotzen.

 

Du solltest das allerdings nicht selber versuchen. Das Wasser ist flach und das Flussbett voller Felsen und Steine. Und obwohl hier schon seit den siebziger Jahren gesurft wird, wurde es erst ab 2010 offiziell erlaubt.

 

Früher war es durchaus üblich, einen quatschnassen Surfer im Neoprenanzug auf der Flucht vor den Ordnungshütern durch die Straßen rennen zu sehen, irgendwann ist den Behörden aber wohl klar geworden, dass es keinen Sinn macht, immer „so eine Welle“ zu machen und haben das ganze deshalb legalisiert.

 

Auf der Brücke in der Nähe der Galerie Haus der Kunst kannst du den Surfern dabei zu sehen, wie sie sich auf der Welle halten.

4. Asamkirche

Ein Festival der Farben

Selbst wenn du kein Kirchgänger bist wird dich die Farbenpracht der Asamkirche an der Sendlinger Straße überwältigen. Hier geht es einmal nicht um minimalistisches Design: Jeder Quadratzentimeter der Kirche ist bemalt, vergoldet oder mit einer Skulptur versehen.

 

Dabei fällt besonders auf, wie geradezu unscheinbar sie von außen anmutet. Obwohl es eine hübsche und durchaus geschmackvolle Kirche ist, kann man durchaus daran vorbeigehen, ohne sich eine Vorstellung davon zu machen, was einen hinter den großen Holztüren erwartet.

 

Nimm dir also etwas Zeit und schau dir das barocke Spektakel im Inneren an, das Liberaces Haus wie eine armselige Bauernhütte aussehen lässt. Die Kirche ist nicht groß und der Besuch sollte nicht allzu lange dauern. Das Beste ist: der Eintritt ist kostenlos Also gib dir einen Ruck und lass dir das nicht entgehen.

5. Viktualienmarkt

Ein Paradies für ernstzunehmende Foodies. Bild: Michael Herfort

Dieser Markt hat als einfacher Bauernmarkt begonnen und gehört heute zu den wohl angesagtesten Treffpunkten für Gourmets aus aller Welt. Neben regionalen Spezialitäten (Fleisch, Käse, Brot, Gebäck, Wein, Obst und Gemüse, Blumen und vieles mehr) wird auch eine schöne Auswahl an hervorragendem Street Food angeboten.

 

Bei etwa 140 Ständen fällt die Auswahl nicht leicht und man kann gut und gerne einen halben Tag hier verbringen, um die ganzen Aromen, Geschmäcker und Geräusche aufzunehmen.

 

Es kostet tatsächlich gar nichts, sich den Markt einfach anzusehen. Aber da du ja auch hier einen Zehner ausgeben darfst empfehle ich dir ein Bier oder ein Kaffee und dazu eine Kostprobe von dem mächtigen, aber leckeren bayerischen Essen, dass sie angeboten wird.

6. Skyline und Skelette in der Peterskirche

Dieses Skelett ist reicher als die meisten Menschen

Auch hier musst du nicht unbedingt ein Kirchgänger sein, um die Kirche Sankt Peter in München zu besichtigen.

 

Sie ist nicht so opulent ausgestattet wie die Asamkirche, aber auf der linken Seite des Altars stützt sich das gruselige, mit Gold und Juwelen verziertes Skelett der Heiligen Munditia auf die Kissen innerhalb eines Glassarges und schaut die Besucher durch ihre Glasaugen an. Selbst ihre Zähne sind mit so vielen Juwelen verziert, dass der Beißer dagegen blass aussieht.

 

Sobald du sie bewundert hast, kannst du für günstige 2 Euro den Turm der Kirche besteigen. Die 306 Stufen sind zum Teil sehr schmal und dunkel, wenn du also an Klaustrophobie leidest, dann solltest du dich vielleicht doch eher dafür entscheiden, unten im Altarraum dem glitzernden Skelett Gesellschaft zu leisten.

7. Eine Radtour im Englischen Garten

Wunderschöner Stadtpark

Der Englische Garten ist riesengroß und obwohl wir dich bereits dorthin geschickt haben, um den Surfern auf dem Fluss zuzusehen, ist der Park selbst durchaus einen eigenen Punkt auf dieser Liste wert.

 

Neben den Fluss-Surfern gibt es hier auch einen eigenen Biergarten, einen japanischen Garten und ein Teehaus, einen chinesischen Turm, einen Tempel auf einem Hügel und einen traumhaft schönen See, einen FKK-Bereich, eine Bühne unter freiem Himmel und sogar ein paar Schafe.

 

Einfach malerisch. Am besten leistet dir ein Fahrrad bei Mike's in der Brauhausstraße und in wenigen Minuten erreichst du das südliche Ende des Parks.

 

Auf dem Fahrrad kannst du den Park viel besser erkunden, als zu Fuß und die Leihgebühren für die 1. Stunde betragen nur zehn Euro (danach kostet es pro Stunde zwei Euro, also stürzt du dich nicht gleich in Schulden, wenn du dich entscheiden solltest, dich doch noch etwas länger im FKK-Bereich zu sonnen).

8. Alte Pinakothek

Die alten Meister

Die Alte Pinakothek gehört zu den ältesten Kunstgalerien der Welt und wartet mit einer durchaus ernstzunehmenden Sammlung von Gemälden auf (die von vielen als die wichtigste Kunstsammlung der Welt bezeichnet wird).

 

Teile des Gebäudes werden derzeit umfassend renoviert und die Arbeiten erst 2018 abgeschlossen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Blogbeitrags kostet der Eintritt daher nur vier Euro, da man nicht die ganze Galerie besichtigen darf.

 

Der Umbau ist aber gut organisiert, sodass du durchaus einen guten Einblick in viele Teile der Sammlung erhältst. Und wenn du am Sonntag das Museum besichtigt, dann kostet der Eintritt sogar nur einen Euro.

 

Schau dir einmal Rubens Werk „Der Höllensturz der Verdammten“ (oben rechts) an, das hat mich wirklich sehr beeindruckt.

9. BLADE NIGHT!!

Eine Hammeridee

Auch wenn du nicht vorhattest, München an einem Montagabend zu besuchen, solltest du deine Pläne vielleicht noch einmal überdenken.

 

Bei der Blade Night in München rollen Tausende ja, du hast richtig gelesen, Tausende von Menschen auf ihren Rollerblades gemeinsam durch die Stadt.

 

Das Spektakel beginnt um 9:00 Uhr abends. Wer gerne rollend unterwegs ist, für den ist das hier ein ganz besonderes Ereignis. Und wenn du keine eigenen Rollschuhe dabei hast, dann mach dir nichts draus.

 

Am K2-Stand beim Start gibt es für 2 Euro ein Startband und Schuhe dazu. Mit diesem Band erhältst du auch 10 % Ermäßigung auf Speisen und Getränke an der Bar, wo sich alle Teilnehmer nach der Tour treffen.

 

Du solltest dich aber beeilen, damit du rechtzeitig am Start bist, bevor alle Rollerblades verliehen sind.

10. Hofbräuhaus

Spaß und Unterhaltung mit bayrischem Flair

Es handelt sich dabei um Münchens größtes, ältestes, am meisten besuchtes und wohl berühmtestes Brauhaus. Das Hofbräuhaus ist eigentlich immer überfüllt und meistens mit anderen Touristen.

 

Deshalb ist es auch ein wenig teurer als einige der anderen Biergärten aber bei deinem Besuch in München musst du hier einfach einmal vorbeischauen, selbst, wenn es nur auf eine Maß ist (ein Liter Hofbräu Original kostet um die acht Euro).

 

Das Brauhaus selbst ist riesig und bietet über 2500 Gästen Platz - aber selbst die reichen oft nicht aus. Eine Band spielt fast den ganzen Tag lang bayerische Volksmusik und das Hofbräuhaus gilt allgemein als das traditionellste der Brauhäuser.

 

Wenn du vorhast den ganzen Tag in einem Brauhaus zu verbringen, dann solltest du dich für eines der kleineren, günstigeren entscheiden. Ein Besuch im Hofbräuhaus gehört jedoch zur Kür. Du möchtest ja zu Hause davon erzählen können.

 

Flüge nach München

 

- Dee Murray